Fettfilm auf Geschirr: Warum Teller nach dem Spülen schmierig sind

Von der Redaktion SpülsignalAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Fettfilm auf frisch gespültem Geschirr entsteht fast immer, weil Fett im Tankwasser nicht mehr ausreichend gebunden wird: das Tankwasser ist zu stark verschmutzt, die Tanktemperatur zu niedrig, der Reiniger unterdosiert oder Siebe sind zugesetzt. Erkennbar ist er daran, dass Wasser abperlt und sich die Oberfläche rutschig anfühlt. Ein Tankwasserwechsel mit Siebreinigung zeigt sofort, ob die Ursache im Tank liegt, danach folgen Temperatur, Dosierung und Vorabräumung.

Inhalt
  1. Den Fettfilm sicher erkennen
  2. Die Ursachen, in Prüfreihenfolge
  3. Diagnosetabelle
  4. Rechenbeispiel: Tankwasserwechsel gegen Mehrdosierung
  5. Abhilfe Schritt für Schritt
  6. Vorbeugen: Checkliste
  7. Wann selbst, wann Kundendienst?

Teller, die nach dem Spülen schmierig glänzen, Wasser, das in Tropfen abperlt, Besteck, das sich rutschig anfühlt: Ein Fettfilm ist hygienisch bedenklich und für Gäste unangenehm. Die gute Nachricht: Die Ursache liegt fast immer in wenigen, gut prüfbaren Punkten. Dieser Beitrag führt Sie in der richtigen Reihenfolge durch die Diagnose und richtet sich an Spülkräfte, Schichtleitungen und Küchenchefs in Betrieben mit fettreicher Küche.

Den Fettfilm sicher erkennen

Ein Fettfilm wird gerne mit Klarspülerresten oder Stärkebelägen verwechselt. Diese Tests helfen:

  1. Wassertropfentest. Lassen Sie klares Wasser über einen trockenen Teller laufen. Bildet es einen geschlossenen Film, ist die Oberfläche fettfrei. Zieht es sich zu Tropfen zusammen und perlt ab, ist Fett vorhanden.
  2. Fingertest. Fett fühlt sich glatt und rutschig an. Klarspüler wirkt eher klebrig, Stärke eher stumpf.
  3. Papiertuchtest. Reiben Sie ein trockenes Küchenpapier fest über die Oberfläche und halten Sie es gegen das Licht. Ein durchscheinender Fleck zeigt Fett.
  4. Jodtest zur Abgrenzung. Bei grauem, stumpfem Film zusätzlich prüfen, ob Stärke vorliegt, siehe Stärkebeläge.
  5. Blick in den Tank. Fettaugen auf der Oberfläche, trübes Wasser, grauer Schaum oder ein Fettrand an der Tankwand bestätigen, dass der Tank überlastet ist.

Die Ursachen, in Prüfreihenfolge

1. Tankwasser verschmutzt

Der häufigste Grund. Bei Eintank-Programmautomaten wird das Tankwasser über viele Spülgänge genutzt und mit jedem Klarspülgang nur teilweise erneuert. Fettreiche Speisen wie Bratensoßen, Frittiertes, Käse, Pizza oder Dressings belasten es schnell. Ab einer bestimmten Menge kann der Reiniger das Fett nicht mehr in Schwebe halten, es lagert sich wieder auf dem Spülgut ab.

Typischer Fall: Morgens kommen die Teller einwandfrei heraus, nach der Mittagsspitze werden sie schmierig. Nach einem Tankwasserwechsel ist das Ergebnis sofort wieder gut. Das ist der Beweis, dass Maschine und Chemie grundsätzlich stimmen, nur das Wechselintervall nicht. Mehr dazu unter Tankwasserwechsel.

2. Siebe und Filter zugesetzt

Volle oder verstopfte Siebe lassen Speisereste und Fett im Umlauf, zudem sinkt der Durchfluss zur Umwälzpumpe und damit der Spüldruck. Prüfen Sie Flächensiebe, Pumpenschutzsieb und gegebenenfalls Siebeinsätze. Mehrmals pro Schicht leeren, bei hoher Last häufiger. Details unter Siebe und Filter.

3. Temperatur zu niedrig

Viele tierische Fette werden erst bei höheren Temperaturen flüssig. Liegt die Tanktemperatur deutlich unter dem Sollwert, typisch etwa 55 bis 65 °C bei Eintank-Programmautomaten (Herstellerangabe maßgeblich), erstarrt das Fett beim Kontakt mit kaltem Spülgut wieder. Prüfen Sie die Anzeige während der Spitzenlast, nicht nur am Morgen. Kaltes Spülgut aus dem Kühlhaus, große Mengen kaltes Vorspülwasser im Korb und eine knapp dimensionierte Tankheizung können die Temperatur senken. Hinweise zur Fehlersuche unter Maschine heizt nicht.

4. Reinigerkonzentration zu gering

Der Reiniger verseift und emulgiert Fett. Ist die Konzentration zu niedrig, bleibt Fett zurück. Ursachen: leerer Kanister, Luft im Schlauch, verstopfte Sauglanze, Dosierpumpe fördert zu wenig, Dosierung für weicheres Wasser eingestellt als tatsächlich vorhanden. Achten Sie auch darauf, dass beim Tankwasserwechsel die Erstbefüllungsmenge korrekt nachdosiert wird. Unterstützung bieten Dosierung einstellen und der Dosierrechner.

5. Vorabräumung

Je mehr Fett in die Maschine gelangt, desto schneller ist der Tank erschöpft. Grobe Speisereste abschaben, Fettreste mit warmem Wasser vorspülen, Pfannen und Bräter mit eingebranntem Fett vorbehandeln. Vorspülmittel aus der Handspüle sollten nicht in die Maschine verschleppt werden, sie können schäumen, siehe Schaum im Tank.

6. Mechanik

Verstopfte Düsen, ein schwergängiger Spülarm oder eine schwächelnde Umwälzpumpe verringern die Abtragung. Zeigen nur bestimmte Korbpositionen einen Fettfilm, ist die Mechanik der wahrscheinlichste Grund.

Spülsignal-Einschätzung: Bei Fettfilm wird zu oft sofort die Reinigerdosierung erhöht. Das kostet dauerhaft Geld und kaschiert nur ein zu langes Tankwasser-Intervall oder volle Siebe. Der Tankwasserwechsel mit Siebreinigung ist der schnellste und billigste Test überhaupt: Ist das Ergebnis danach gut, liegt das Problem im Intervall. Erst wenn auch frisches Tankwasser einen Fettfilm hinterlässt, sollten Sie Temperatur, Dosierung und Mechanik prüfen.

Diagnosetabelle

SymptomWahrscheinliche UrsacheMaßnahme
Fettfilm nimmt im Lauf der Schicht zuTankwasser überlastetZusätzlicher Tankwasserwechsel, Intervall anpassen
Fettaugen und Schaum im TankFett und Vorspülmittel eingetragenVorabräumung verbessern, kein Handspülmittel einschleppen
Fettfilm auch mit frischem TankwasserReiniger unterdosiert oder Temperatur zu niedrigKanister, Dosierung und Tanktemperatur prüfen
Nur bestimmte Korbpositionen fettigDüsen verstopft, Spülarm schwergängigSpülarme reinigen, Lager prüfen
Spüldruck wirkt schwachSiebe zugesetzt, Pumpe beeinträchtigtSiebe reinigen, sonst Kundendienst
Fettrand an Tankwand, schlechter GeruchTägliche Reinigung unzureichendTank täglich entleeren und reinigen

Rechenbeispiel: Tankwasserwechsel gegen Mehrdosierung

Beispiel: Ein Untertisch-Programmautomat hat einen Tank von etwa 15 l. Ein zusätzlicher Tankwasserwechsel pro Tag kostet Wasser, Energie zum Aufheizen und die Erstdosierung Reiniger. Bei 15 l, einer Aufheizung von etwa 15 °C auf 60 °C und rund 1,16 Wh pro Liter und Kelvin ergeben sich etwa 15 × 45 × 1,16 = rund 780 Wh, also knapp 0,8 kWh. Bei einem Strompreis von typisch etwa 0,30 Euro pro kWh (Stand 2026) sind das unter 0,25 Euro Energie plus wenige Cent Wasser und Reiniger. Eine dauerhaft um ein Drittel erhöhte Reinigerdosierung kostet über ein Jahr typischerweise ein Vielfaches davon. Die konkreten Zahlen Ihres Betriebs können Sie mit dem Betriebskostenrechner überschlagen.

Abhilfe Schritt für Schritt

  1. Maschine ausschalten und abkühlen lassen. Tankwasser ist heiß, Reiniger ätzend. Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen.
  2. Tank entleeren, Siebe reinigen. Alle Siebe herausnehmen, ausspülen, Fettreste von der Tankwand entfernen.
  3. Spülarme prüfen. Leichtgängigkeit und Düsen kontrollieren, Düsen bei Bedarf freispülen.
  4. Neu befüllen und aufheizen. Solltemperatur abwarten.
  5. Kontrollspülung. Einen Korb fettiger Teile spülen und mit dem Wassertropfentest prüfen.
  6. Bei weiterhin Fett: Dosierung und Temperatur während der Spitzenlast prüfen, ggf. Lieferant oder Kundendienst einbeziehen.
  7. Routine festlegen. Wechselintervall und Siebreinigung in den Reinigungsplan schreiben, siehe Tägliche Reinigung.

Vorbeugen: Checkliste

  • Speisereste abschaben, fettiges Spülgut warm vorspülen
  • Kein Handspülmittel in die Maschine verschleppen
  • Siebe mehrmals pro Schicht leeren
  • Tankwasser nach Herstellerangabe und zusätzlich nach Spitzen wechseln
  • Tanktemperatur während der Last kontrollieren
  • Reinigerstand bei Schichtbeginn prüfen
  • Tank am Schichtende entleeren, reinigen, offen trocknen lassen

Wann selbst, wann Kundendienst?

Tankwasserwechsel, Siebreinigung, Spülarmkontrolle und Vorabräumung liegen bei Ihnen. Den Kundendienst brauchen Sie, wenn die Tanktemperatur trotz Aufheizzeit nicht erreicht wird, die Umwälzpumpe schwach klingt oder die Dosierpumpe nicht fördert. Arbeiten an Heizung, Pumpen und Elektrik gehören in die Hände von Fachpersonal.

Häufige Fragen

Wie oft sollte das Tankwasser gewechselt werden?

Das hängt von Maschinentyp, Verschmutzung und Herstellerangabe ab. Viele Hersteller empfehlen mindestens einen Wechsel pro Schicht bzw. täglich und zusätzlich bei sichtbarer Verschmutzung oder nach einer bestimmten Anzahl von Spülgängen. Bei fetthaltigem Spülgut ist häufigeres Wechseln sinnvoll.

Warum ist Geschirr erst ab dem Nachmittag fettig?

Das Tankwasser nimmt mit jedem Spülgang Fett und Speisereste auf. Ab einer gewissen Belastung reicht die Reinigerkonzentration nicht mehr aus, um alles zu emulgieren, und Fett lagert sich auf dem Spülgut ab. Ein zusätzlicher Tankwasserwechsel zur Mittagsspitze löst das meist.

Welche Tanktemperatur braucht man gegen Fett?

Bei Eintank-Programmautomaten liegt der Spültank typischerweise bei etwa 55 bis 65 °C, die genaue Vorgabe steht in der Bedienungsanleitung. Viele Speisefette sind bei dieser Temperatur flüssig und lassen sich vom Reiniger gut emulgieren. Liegt die Temperatur darunter, erstarren feste Fette leichter wieder auf dem Spülgut.

Kann zu viel Schaum im Tank zu einem Fettfilm führen?

Schaum entsteht oft durch Vorspülmittel aus der Handspüle, durch Eiweiß oder durch falsche Chemie. Er senkt den Pumpendruck und damit die Mechanik, die Fett abträgt. Ein Fettfilm kann eine Folge sein. Klären Sie die Schaumursache, bevor Sie an der Dosierung drehen.

Hilft heißes Vorspülen gegen Fett?

Ja, warmes bis heißes Vorspülen löst Fett und reduziert die Menge, die ins Tankwasser gelangt. Achten Sie aber darauf, dass Eiweißreste wie Ei oder Quark nicht heiß vorgespült werden, da Hitze Eiweiß fixiert.

Dieser Beitrag wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien erstellt und geprüft. Er ersetzt nicht die Betriebsanleitung Ihrer Maschine und nicht den Fachbetrieb bei Arbeiten an Elektrik, Heizung oder Wasserinstallation. Änderungen dokumentieren wir unter Korrekturen und Aktualisierungen.

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