Dosierung meldet leer, obwohl der Kanister voll ist

Von der Redaktion SpülsignalAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Leermeldung trotz vollem Kanister entsteht meist an der Sauglanze: Der Schwimmer klemmt durch Kristallisation, die Lanze steckt nicht bis zum Boden oder der Stecker ist korrodiert. Häufig ist auch Luft im Saugschlauch, ein verschlissener Pumpenschlauch der Schlauchpumpe oder ein verstopftes Fußventil. Prüfen Sie zuerst die Lanze mit Schutzbrille und Handschuhen, entlüften Sie dann nach Anleitung und lassen Sie Pumpe und Leermeldeschaltung vom Kundendienst prüfen, wenn das nicht hilft.

Inhalt
  1. So funktioniert die Leermeldung
  2. Diagnosetabelle nach Wahrscheinlichkeit
  3. Sauglanze reinigen: Schritt für Schritt
  4. Verschleiß des Pumpenschlauchs erkennen
  5. Kristallisation vorbeugen
  6. Rechenbeispiel: Verbrauch als Frühwarnsystem
  7. Wann selbst, wann Kundendienst?

Die Leermeldung für Reiniger oder Klarspüler ist eine der wenigen Meldungen, die das Bedienpersonal täglich sieht. Meist ist der Kanister tatsächlich leer. Bleibt die Meldung aber nach dem Wechsel stehen oder erscheint sie bei vollem Kanister, liegt ein Fehler in der Dosierkette vor. Diese Seite zeigt, wie Sie die Kette von der Lanze bis zur Pumpe durchprüfen.

Achtung: Reiniger für gewerbliche Spülmaschinen ist in der Regel stark alkalisch und nach CLP als ätzend eingestuft, viele Klarspüler sind reizend. Tragen Sie beim Hantieren mit Sauglanze und Kanister immer Schutzbrille und chemikalienbeständige Handschuhe. Halten Sie Augenspülflasche oder Augendusche bereit und beachten Sie die Betriebsanweisung nach GefStoffV. Mehr unter Arbeitsschutz bei Spülchemie.

So funktioniert die Leermeldung

An der Sauglanze sitzt unten ein Schwimmer mit eingebautem Magneten. Solange er in der Flüssigkeit schwimmt, ist ein Reedkontakt in der Lanze in einer Stellung. Sinkt der Pegel, fällt der Schwimmer nach unten und schaltet den Kontakt um. Die Steuerung wertet diesen Kontakt aus und zeigt „leer“. Bei manchen Systemen wird zusätzlich oder stattdessen überwacht, ob die Pumpe tatsächlich fördert, etwa über einen Durchflusssensor oder Druckschalter. Dann kann die Meldung auch bei korrekt schwimmendem Schwimmer kommen, nämlich wenn Luft statt Flüssigkeit gefördert wird.

Die Dosierpumpen selbst sind bei den meisten Maschinen Schlauchpumpen (peristaltische Pumpen): Rollen drücken einen elastischen Schlauch zusammen und schieben so die Chemie vorwärts. Bei größeren Anlagen kommen auch Membranpumpen oder externe Dosiersysteme zum Einsatz. Einen Überblick gibt Dosiertechnik.

Diagnosetabelle nach Wahrscheinlichkeit

SymptomUrsacheMaßnahmeWer
Meldung nach Kanisterwechsel bleibtLanze nicht bis zum Boden eingesteckt oder schräg, Schwimmer hängt oben am HalsLanze gerade und vollständig einsetzenBediener
Meldung trotz vollem Kanister, dauerhaftSchwimmer durch Kristalle festgeklebtLanze ausspülen (siehe unten)Bediener
Meldung kommt und gehtStecker der Lanze korrodiert oder Kabel beschädigtSteckverbindung prüfen, Lanze tauschenBediener / Kundendienst
Kein Fördern sichtbar, Schlauch voller LuftblasenLuft im Saugschlauch nach KanisterwechselEntlüftungsfunktion laut AnleitungBediener
Schlauch bleibt leer, Pumpe läuft hörbarFußventil oder Sieb an der Lanze verstopft, Saugschlauch undichtFußventil reinigen, Schlauchverbindung prüfenBediener / Kundendienst
Pumpe läuft, fördert aber kaumPumpenschlauch verschlissen, flachgedrückt oder porösPumpenschlauch tauschenKundendienst oder geschultes Personal
Pumpe läuft nichtPumpenmotor oder Ansteuerung defektPrüfungKundendienst
Falscher Kanal meldet leerLanzen von Reiniger und Klarspüler vertauschtFarbcodierung prüfen, sofort korrigierenBediener

Praxistipp: Die meisten Systeme verwenden eine Farbcodierung, häufig Rot für Reiniger und Blau für Klarspüler, aber das ist nicht einheitlich. Prüfen Sie Ihre Maschine einmal und kennzeichnen Sie Lanzen und Kanisterplätze zusätzlich mit gut lesbaren Etiketten. Vertauschte Lanzen gehören zu den teuersten Bedienfehlern, weil Reiniger im Klarspülkreis Rückstände auf dem Spülgut hinterlässt.

Sauglanze reinigen: Schritt für Schritt

  1. Schutzausrüstung anlegen. Schutzbrille, Handschuhe, ggf. Schürze.
  2. Lanze herausziehen. Langsam, über dem Kanister abtropfen lassen. Nicht schütteln.
  3. In Wasser spülen. Die Lanze in einen Eimer mit warmem Wasser stellen und den Schwimmer mehrmals auf und ab bewegen. Kristalle lösen sich meist in wenigen Minuten.
  4. Schwimmer prüfen. Er muss leicht und ohne Hängen über die ganze Strecke gleiten.
  5. Fußventil und Sieb prüfen. Am unteren Ende sitzt oft ein kleines Sieb oder Rückschlagventil. Ablagerungen vorsichtig ausspülen.
  6. Abtrocknen und einsetzen. Lanze gerade bis zum Kanisterboden stecken, Verschraubung bzw. Deckel schließen.
  7. Entlüften. Die Entlüftungs- oder Füllfunktion laut Anleitung starten, bis der Schlauch blasenfrei gefüllt ist.

Das Spülwasser aus dem Eimer enthält Chemie und gehört in den Ausguss mit reichlich Nachspülen, nicht auf Lebensmittelflächen. Weitere Hinweise zum korrekten Wechsel finden Sie unter Sauglanze und Kanisterwechsel.

Verschleiß des Pumpenschlauchs erkennen

Der Pumpenschlauch ist das am stärksten beanspruchte Teil der Dosierung. Bei jedem Spülgang wird er viele hundert Male von den Rollen gequetscht. Mit der Zeit verliert er seine Rückstellkraft, und die Fördermenge sinkt, lange bevor er reißt. Typische Hinweise:

  • Der Reiniger- oder Klarspülerverbrauch ist ohne Grund deutlich gesunken
  • Die Spülergebnisse verschlechtern sich schleichend (Beläge, schlechte Trocknung)
  • Im Saugschlauch steht die Flüssigkeit, rutscht aber nach jedem Hub zurück
  • Chemiespuren oder Kristalle am Pumpenkopf (Schlauch undicht)
  • Der letzte Tausch liegt länger als ein Jahr zurück

Ein Pumpenschlauch kostet je nach Pumpentyp typisch etwa 10 bis 40 Euro (Stand 2026). Der Tausch ist bei vielen Pumpen ohne Werkzeug möglich, sollte wegen des Kontakts mit konzentrierter Chemie aber nur von unterwiesenem Personal oder vom Kundendienst gemacht werden.

Kristallisation vorbeugen

Krusten an Lanze und Schwimmer entstehen dort, wo Chemie mit Luft in Kontakt kommt und eintrocknet. Mit einigen Gewohnheiten lässt sich das weitgehend vermeiden:

  • Kanister geschlossen halten. Die Lanze mit passender Verschraubung oder Kappe einsetzen, damit keine Luft und kein Staub eindringen.
  • Kanister nicht offen stehen lassen. Beim Wechsel die Lanze zügig vom alten in den neuen Kanister stecken.
  • Lagerort beachten. Kälte begünstigt das Auskristallisieren bei manchen Produkten, große Hitze das Eintrocknen. Die Lagerhinweise auf dem Produktdatenblatt sind maßgeblich.
  • Lanze beim Wechsel kurz abspülen. Ein Eimer mit Wasser am Kanisterplatz genügt.
  • Kanister nicht über Monate anbrechen. Passende Gebindegröße zum Verbrauch wählen.

Typischer Fall: Nach einer Betriebsruhe über die Feiertage meldet die Maschine beim ersten Start für beide Kanäle leer. Die Schwimmer sind festgeklebt, der Saugschlauch ist teilweise eingetrocknet. Lanzen ausspülen, entlüften und die ersten Spülgänge kontrollieren löst das Problem meist. Hinweise zur Vorbereitung längerer Pausen finden Sie unter Außerbetriebnahme und Saisonbetrieb.

Rechenbeispiel: Verbrauch als Frühwarnsystem

Beispiel: Ein Betrieb verbraucht normalerweise einen 10-l-Kanister Reiniger in etwa 8 Betriebstagen, also rund 1,25 l pro Tag bei gleichbleibender Auslastung. Hält ein Kanister plötzlich 12 Tage, entspricht das nur noch rund 0,83 l pro Tag, also etwa einem Drittel weniger. Das ist ein deutlicher Hinweis auf nachlassende Förderung, zum Beispiel durch einen verschlissenen Pumpenschlauch oder Luft im System. Notieren Sie deshalb das Datum jedes Kanisterwechsels. Wie Sie die Sollmenge berechnen, zeigt der Dosierrechner.

Spülsignal-Einschätzung: Gefährlicher als eine Leermeldung ist eine Dosierung, die nichts meldet und trotzdem zu wenig fördert. Der Schwimmer zeigt nur, ob Chemie im Kanister ist, nicht, ob sie in der Maschine ankommt. Ein einfaches Kanisterlogbuch mit Wechseldatum ist deshalb das wirkungsvollste und billigste Kontrollinstrument für die Dosierung, wirksamer als jede Sichtprüfung am Schlauch.

Wann selbst, wann Kundendienst?

BefundEntscheidung
Lanze falsch gesteckt, Kristalle, Luft im SchlauchSelbst beheben
Lanzen vertauschtSofort korrigieren, Maschine mit frischem Wasser spülen, Kundendienst bzw. Chemielieferant informieren
Lanzenkabel oder Stecker beschädigtNeue Lanze über Kundendienst oder Chemielieferant
Pumpenschlauch verschlissenUnterwiesenes Personal oder Kundendienst
Pumpe läuft nicht, Meldung ohne erkennbaren GrundKundendienst

Wird die Dosierung durch den Chemielieferanten betreut, ist häufig er der richtige erste Ansprechpartner für Lanzen, Schläuche und die Einstellung der Dosiermenge.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich mit Leermeldung weiterspüle?

Je nach Maschine läuft der Betrieb weiter, aber ohne Reiniger oder Klarspüler. Das Spülgut wird dann nicht hygienisch sauber oder trocknet schlecht und fleckig. Manche Steuerungen sperren den Betrieb bei Reinigermangel. Beheben Sie die Ursache deshalb zeitnah.

Wie entlüfte ich die Dosierpumpe der Spülmaschine?

Viele Maschinen haben dafür eine Entlüftungs- oder Füllfunktion im Menü, die die Pumpe für eine bestimmte Zeit laufen lässt. Bei externen Dosiergeräten gibt es oft eine Taste oder eine Entlüftungsschraube. Die genaue Vorgehensweise steht in der Bedienungsanleitung bzw. der Anleitung des Dosiergeräts.

Wie oft muss der Pumpenschlauch der Dosierpumpe getauscht werden?

Pumpenschläuche peristaltischer Dosierpumpen sind Verschleißteile. Viele Hersteller empfehlen den Tausch im Rahmen der jährlichen Wartung, bei hoher Laufzeit oder aggressiver Chemie auch früher. Ein flachgedrückter oder rissiger Schlauch fördert nicht mehr zuverlässig.

Warum kristallisiert der Reiniger an der Sauglanze?

Flüssigreiniger enthalten gelöste Salze und Alkalien. Wo Luft an die Flüssigkeit kommt, etwa an der Kanisteröffnung oder beim Wechsel, trocknen sie ein und bilden Krusten. Offene oder lange angebrochene Kanister und Kälte im Lager fördern das.

Kann ich Reinigerreste aus dem alten in den neuen Kanister umfüllen?

Davon ist abzuraten. Beim Umfüllen ätzender Chemie besteht Spritzgefahr, und Mischungen verschiedener Produkte können unerwünscht reagieren. Stecken Sie die Lanze direkt in den neuen Kanister und entsorgen Sie Restmengen nach Sicherheitsdatenblatt.

Dieser Beitrag wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien erstellt und geprüft. Er ersetzt nicht die Betriebsanleitung Ihrer Maschine und nicht den Fachbetrieb bei Arbeiten an Elektrik, Heizung oder Wasserinstallation. Änderungen dokumentieren wir unter Korrekturen und Aktualisierungen.

Weiterlesen