Korbtransportspülmaschine: Zonen, Leistung und was DIN 10510 verlangt

Von der Redaktion SpülsignalAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Korbtransportspülmaschine zieht Körbe automatisch durch hintereinander liegende Zonen: Vorabräumung, ein oder mehrere Hauptspülzonen, Pumpenklarspülung, Frischwasserklarspülung und optional eine Trockenzone. Weil jede Zone ihr eigenes Wasser und ihre eigene Temperatur hat, ist sie deutlich leistungsfähiger als ein Programmautomat, typisch etwa 80 bis über 250 Körbe pro Stunde. Hygieneanforderungen, Kontaktzeiten und Prüfung beschreibt DIN 10510, maßgeblich für den Betrieb ist die normgerechte Transportgeschwindigkeit laut Hersteller.

Inhalt
  1. Prinzip: Mehrtank statt Programm
  2. Die Zonen im Einzelnen
  3. Was DIN 10510 bedeutet
  4. Profil auf einen Blick
  5. Rechenbeispiel: Wasser pro Korb im Vergleich
  6. Checkliste vor der Anschaffung

Wenn eine Haubenmaschine im Takt nicht mehr hinterherkommt, ist die Korbtransportspülmaschine der nächste Schritt. Sie ist keine größere Programmmaschine, sondern arbeitet nach einem anderen Prinzip: Die Körbe wandern, die Zonen bleiben stehen. Diese Seite erklärt den Aufbau Zone für Zone, die Bedeutung der DIN 10510 und die Fragen, die vor der Anschaffung geklärt sein sollten.

Prinzip: Mehrtank statt Programm

Ein Programmautomat erledigt alle Spülschritte nacheinander in derselben Kammer. Eine Korbtransportmaschine verteilt sie auf hintereinander liegende Zonen, jede mit eigenem Tank, eigener Pumpe und eigener Temperatur. Ein Transportsystem, meist Mitnehmer oder Schubklinken, zieht die Körbe mit einstellbarer Geschwindigkeit hindurch. Weil jede Zone dauerhaft auf ihrer Aufgabe bleibt, gibt es keine Wartezeiten zwischen Spülen und Klarspülen. Das Frischwasser fließt im Gegenstrom: Es tritt in der letzten Zone ein und läuft über Kaskaden zurück in Richtung Einlauf. So wird jeder Liter mehrfach genutzt.

Die Zonen im Einzelnen

ZoneAufgabeTemperatur typisch (Herstellerangabe maßgeblich)Woran Sie Probleme erkennen
VorabräumungGrobe Speisereste und Fett ablösen, bevor sie die Hauptspülzone belastenKalt bis lauwarm, oft etwa 40 bis 50 °C, bewusst unterhalb der Gerinnungstemperatur von EiweißTank schnell trüb, Siebe voll, Hauptspültank verschmutzt rasch
Hauptspülen (eine oder mehrere Zonen)Reinigung mit alkalischer Reinigerlösung, kräftige UmwälzungEtwa 55 bis 65 °CStärke- und Eiweißreste, Schaum, Temperaturabfall bei hohem Durchsatz
PumpenklarspülenReinigerlösung mit umgewälztem, vergleichsweise sauberem Wasser abspülenEtwa 60 bis 70 °CReinigerrückstände, Schlieren, Laugengeruch am Spülgut
FrischwasserklarspülenLetzte Spülung mit Frischwasser und Klarspüler, Aufheizen des SpülgutsEtwa 80 bis 85 °CFlecken, schlechte Trocknung, Temperaturwarnung
Trockenzone (optional)Restwasser mit Warmluft abblasenWarmluft, GebläseNasses Spülgut, Kondensat im Auslauf

Vorabräumung

Die Vorabräumzone ist die wirtschaftlich wichtigste Zone, auch wenn sie unscheinbar wirkt. Sie trägt den Großteil des Schmutzes aus, bevor er die Reinigerlösung belastet. Ihr Wasser stammt meist aus dem Überlauf der nachfolgenden Tanks. Die eher niedrige Temperatur ist Absicht: Eiweiß, etwa Ei oder Quark, gerinnt bei hoher Temperatur und haftet dann fester. Siebe der Vorabräumung müssen im Betrieb mehrfach geleert werden.

Hauptspülen

Hier löst die Reinigerlösung mit hohem Pumpendruck die eigentlichen Verschmutzungen. Größere Maschinen haben zwei Hauptspülzonen, die erste mit stärker belastetem, die zweite mit saubererem Wasser. Die Kontaktzeit, also wie lange ein Korb sich im Spülbereich befindet, ergibt sich aus Zonenlänge und Transportgeschwindigkeit. Sie ist der Kern der DIN 10510.

Pumpenklarspülen und Frischwasserklarspülen

Das Spülgut kommt aus der Hauptspülzone mit Reinigerlösung benetzt. Die Pumpenklarspülung wäscht den Großteil davon ab, die Frischwasserklarspülung entfernt den Rest und bringt das Spülgut auf die Temperatur, die es zum Abtrocknen braucht. Die Frischwassermenge ist bei modernen Anlagen über Sensoren an die tatsächliche Korbbelegung gekoppelt: Kein Korb, kein Klarspülwasser.

Trockenzone

Ein Gebläse bläst warme Luft auf das Spülgut. Bei Porzellan und Glas reicht häufig die Restwärme auf einer ausreichend langen Auslaufbahn. Kunststofftabletts und Thermogeschirr profitieren dagegen spürbar von einer Trockenzone, weil Kunststoff wenig Wärme speichert. Siehe auch Geschirr trocknet schlecht.

Was DIN 10510 bedeutet

Die DIN 10510 beschreibt Hygieneanforderungen und ein Prüfverfahren für Mehrtank-Transportgeschirrspülmaschinen. Sie verbindet Temperaturen, Kontaktzeiten, Klarspülmenge und Reinigerkonzentration zu einem Verfahren, dessen Wirksamkeit mit Prüfkörpern nachgewiesen wird. Für den Betrieb heißt das vor allem:

  • Die Transportgeschwindigkeit darf nicht schneller eingestellt werden als der vom Hersteller angegebene normgerechte Wert, sonst sinkt die Kontaktzeit unter das geprüfte Maß.
  • Die Temperaturen der Zonen müssen im vorgesehenen Bereich bleiben und sollten im Rahmen der HACCP-Dokumentation regelmäßig geprüft werden.
  • Die Dosierung von Reiniger und Klarspüler muss den Herstellerangaben entsprechen.

Eine ausführliche Einordnung aller drei Spülnormen steht unter DIN 10510, 10511 und 10512.

Achtung: Die schnellste Transportstufe ist oft keine normgerechte Stufe. Wer im Stress auf Maximum stellt, verkürzt die Kontaktzeit und spült unter Umständen nicht mehr hygienisch sicher, selbst wenn das Geschirr optisch sauber aussieht. Kennzeichnen Sie die zulässige Stufe deutlich an der Bedienung.

Profil auf einen Blick

MerkmalTypischer Bereich (Herstellerangabe maßgeblich)
LeistungNormgerecht etwa 80 bis über 250 Körbe/h, je nach Länge und Zonenzahl
Anschlusswerte typisch400 V 3N, Gesamtanschluss etwa 20 bis 60 kW und mehr; Warm- oder Kaltwasser, Abwasser mit großem Querschnitt, Abluftanschluss oder Wärmerückgewinnung
PlatzbedarfMaschinenlänge etwa 1,5 bis 5 m, plus Zulauf- und Auslaufstrecke; gerade, Eck- oder U-Aufstellung möglich
EinsatzbereichGroße Restaurants, Hotels mit Bankett, Betriebskantinen, Mensen, Kliniken, Systemgastronomie
StärkenHohe Dauerleistung, gemischtes Spülgut in Körben, Wasser- und Energieeffizienz pro Korb, flexibel in der Aufstellung
GrenzenHohe Investition, Bedarf an Raum, Lüftung und Anschlüssen, Personal für Beladung und Entnahme, aufwendigere Reinigung

Rechenbeispiel: Wasser pro Korb im Vergleich

Beispiel: Eine Betriebskantine spült täglich etwa 600 Körbe. Angenommen wird eine Haubenmaschine mit typisch etwa 2 bis 3 l Klarspülwasser je Spülgang und eine Korbtransportmaschine, deren Frischwasserbedarf je nach Anlage bei etwa 1 bis 2 l pro Korb liegt (Herstellerangabe maßgeblich).

  • Zwei Haubenmaschinen: 600 Körbe × 2,5 l = etwa 1.500 l Frischwasser pro Tag, das jeweils auf Klarspültemperatur gebracht werden muss
  • Korbtransportmaschine: 600 Körbe × 1,5 l = etwa 900 l pro Tag
  • Differenz: etwa 600 l pro Tag, über 230 Betriebstage etwa 138 m³ Wasser und Abwasser im Jahr

Das Aufheizen von 1 m³ Wasser um etwa 70 K braucht rund 81 kWh. Für 138 m³ ergeben sich damit etwa 11.000 kWh im Jahr, bei angenommenen 0,30 Euro pro kWh grob 3.300 Euro, zuzüglich Wasser-, Abwasser- und Chemiekosten. Die Zahlen sind Beispielwerte, zeigen aber, warum sich Transportmaschinen bei großen Mengen auch im Betrieb rechnen. Eigene Zahlen rechnet der Betriebskostenrechner.

Spülsignal-Einschätzung: Bei Korbtransportanlagen wird die Hauptspülzone oft überbewertet und die Vorabräumung unterschätzt. Eine Anlage mit gut dimensionierter Vorabräumung und konsequent geleerten Sieben hält ihre Hauptspüllösung länger sauber, braucht weniger Reiniger und weniger Tankwechsel. Wer zwischen einer zweiten Hauptspülzone und einer längeren Vorabräumung wählen muss, fährt bei stark verschmutztem Speisegeschirr häufig mit der Vorabräumung besser. Bei überwiegend Gläsern und Tassen gilt das weniger.

Checkliste vor der Anschaffung

  • Tägliche Korbmenge und Spitzenlast pro Stunde nach Spülgutart ermittelt
  • Normgerechte Leistung nach DIN 10510 als Planungsgrundlage verwendet, nicht die Maximalleistung
  • Laufrichtung, Eck- oder Geradeaufstellung und Rücklauf der leeren Körbe geplant
  • Zulaufstrecke mit Vorspül- oder Abräumplatz und Auslaufstrecke lang genug für Abtrocknung
  • Elektroanschluss, Abwasserquerschnitt, Fettabscheider und Bodenablauf mit Fachplaner abgestimmt
  • Abluft oder Wärmerückgewinnung im Lüftungskonzept nach VDI 2052 berücksichtigt
  • Wasseraufbereitung für die Frischwasserklarspülung dimensioniert
  • Personal für Beladung und Entnahme in der Stoßzeit eingeplant
  • Reinigungszeit bei Schichtende (Vorhänge, Siebe, Tanks, Spülarme) im Dienstplan berücksichtigt

Wer überwiegend gleichförmiges Speisegeschirr in sehr großen Mengen spült, sollte zusätzlich die Bandtransportspülmaschine prüfen. Den direkten Vergleich finden Sie unter Korbtransport oder Bandtransport.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Leistungsangabe „nach DIN 10510“?

Viele Hersteller nennen zwei Leistungswerte: eine maximale Transportgeschwindigkeit und eine Leistung, bei der die hygienisch erforderliche Kontaktzeit in den Spülzonen nach DIN 10510 eingehalten wird. Für die Planung und für den Hygienenachweis zählt der normgerechte Wert. Die höhere Maximalgeschwindigkeit ist nur für leicht verschmutztes Spülgut gedacht.

Wie viele Personen braucht man an einer Korbtransportspülmaschine?

Bei kleineren Anlagen reicht in ruhigen Phasen oft eine Person, die am Einlauf belädt und am Auslauf entnimmt, wenn die Anlage kompakt oder als Eckmaschine aufgestellt ist. In der Stoßzeit arbeiten typisch zwei Personen: eine an der Beladung, eine an der Entnahme. Bei langen Anlagen mit hoher Leistung kommen weitere Kräfte für Abräumung und Einsortieren hinzu.

Wozu dient die Pumpenklarspülzone?

In der Pumpenklarspülung wird das Spülgut mit umgewälztem, relativ sauberem Wasser vorgespült, das aus dem ablaufenden Frischwasser gespeist wird. Sie entfernt den Großteil der Reinigerlösung, bevor das Frischwasser die letzte Spülung übernimmt. Dadurch lässt sich die Frischwassermenge pro Korb reduzieren, ohne das Ergebnis zu verschlechtern.

Braucht eine Korbtransportspülmaschine eine Trockenzone?

Nicht zwingend. Heiß klargespültes Geschirr trocknet auf einer ausreichend langen Auslaufstrecke weitgehend von selbst. Eine Trockenzone mit Gebläse lohnt sich, wenn Spülgut direkt weiterverwendet wird, wenn viel Kunststoff gespült wird oder wenn die Auslaufstrecke kurz ist. Sie erhöht allerdings den Strombedarf.

Was kostet eine Korbtransportspülmaschine?

Als grober Richtwert liegen neue Anlagen je nach Länge, Zonenzahl und Ausstattung etwa zwischen 30.000 und über 100.000 Euro netto (Stand 2026). Dazu kommen Tische, Rollenbahnen, Abluftanbindung, Installation und Wasseraufbereitung. Die Betriebskosten für Wasser, Energie und Chemie übersteigen die Anschaffung über die Nutzungsdauer meist deutlich.

Dieser Beitrag wurde nach unseren Redaktionsrichtlinien erstellt und geprüft. Er ersetzt nicht die Betriebsanleitung Ihrer Maschine und nicht den Fachbetrieb bei Arbeiten an Elektrik, Heizung oder Wasserinstallation. Änderungen dokumentieren wir unter Korrekturen und Aktualisierungen.

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